Überblick über die Flächen

Die Fermentationswerkstatt – ein Bautagebuch

Nach über einem Jahr Planungsarbeiten, Ärger mit explodierenden Baupreisen, fragwürdigen Beratern und Geduldsproben mit einem Mitarbeiter der örtlichen Baubehörde wird sie nun Realität: meine Fermentationswerkstatt.

Zum Glück gibt es aber auch viele Helfer und Helferinnen in den Behörden und außerhalb sowie echte Ratgeber und Ratgeberinnen. Und so ist die Freude größer als der eben erwähnte Ärger.

Auch ohne die ehrlichen Handwerker und Handwerkerinnen und nicht zuletzt die wunderbare Containerbaufirma BiCoBa wäre ich gar nicht erst bis zum Spatenstich gekommen. Nun geht es also vorwärts und ich will hier über die Baufortschritte berichten.

An dieser Stelle auch nochmal ein großes Dankeschön an das BEL und das Land MV – sie unterstützen mein Projekt mit Fördermitteln aus dem Land(auf)Schwung-Programm! Ganz besonders sei auch all meinen Förderern und Förderinnen aus dem Crowdfunding im Frühjahr 2016 sei gedankt!

Ihr seid alle toll!

10.06. bis 20.06.2017

In den letzten zehn Tagen wurden Massen bewegt. 200 Tonnen Füllsand mussten aufgebracht werden, um die Hanglage des Grundstückes auszugleichen. Eigentlich ein völlig unnötiger Wahnsinn. Denn die geplante Container-Anlage würde auch auf Punktfundamenten auf Ewigkeit gut ruhen. Die wären schnell und billig erstellt gewesen.

Aber unser Mitarbeiter in der Baugenehmigungsbehörde war anderer Meinung: Streifenfundamente müssten es sein. Unbedingt. Begründung: keine. Ein kurzer Vergleich zwischen den entstehenden Mehrkosten und der drohenden Bauverzögerung aufgrund eines Streites bei gleichzeitig drohendem Verlust der Fördermittel wegen Fristüberschreitung hat mich dann überzeugt: Streifenfundamente – it’s a must!

Anmerkung
Als Fördermittelempfänger wird man ja beständig aufgefordert, die Mittel kostensparend und sinnvoll zu verwenden. Das ist auch komplett angemessen. Und dass man nachweisen muss, dies getan zu haben, ist zwar mühselig aber nachvollziehbar, da ja mit Steuermitteln sparsam umgegangen werden soll. Dass aber einzelne Mitarbeiter des Beamtenapparates über willkürliche Entscheidungen genau diese Steuermittel straffrei verschwenden dürfen, das muss man als Steuerzahler scheinbar klaglos hinnehmen oder eben mit „Dienst nach Vorschrift“ rechnen.

 

Die 200t Füllsand jedenfalls sind nicht wirklich Sand gewesen. Sie sind Sand mit einem hohen Lehmanteil. Den haben wir eingebracht und lagenweise verdichtet. Auf die Art wird es uns hoffentlich gelingen, die Fundamentstreifen sehr exakt zu ziehen, ohne dass die Gräben ständig von der Seite abrieseln. Das wird uns letztlich erheblich Beton sparen, weil der Graben nach oben nun eben nicht immer breiter wird… Ich bin gespannt, ob uns das gelingt. Auf keinen Fall darf es regnen, wenn die Gräben offen sind. Hoffen wir das beste!

Die Entscheidung, die Baugründung in Eigenleistung zu erstellen, war bisher eine goldrichtige. Mit den richtigen Mitarbeitern flutscht es bisher und die Kosten werden sich deutlich unter dem halten, was die „billigste“ Baufirma angeboten hat. Und da sind meine Lohnkosten voll verrechnet…

Hier noch ein Video zum aktuellen Stand auf der Baustelle.

 

8. bis 10.6.2017

Die Zufahrt für die Baufahrzeuge wird gelegt, Fundamentsteine werden geliefert und die Ver- und Entsorgungsleitungen werden verlegt.

Die große Frage, die mir niemand beantworten kann: wie wird das Abwasser beschaffen sein und in welchen Mengen fällt es an? Ich will das Abwasser perspektivisch gern über eine Pflanzenkläranlage reinigen lassen. Aber ohne Antwort auf die Frage ist eine gescheite Dimensionierung nicht machbar. Darum werde ich erst nur eine abflusslose Sammelgrube setzen lassen – die aber gleich großzügig dimensioniert und als Dreikammergrube aufgebaut. Wenn später im Betrieb klar wird, wie das Abwasser beschaffen ist, wird hinter diese Grube der eigentliche Klärkörper gesetzt – dann bleibt alles Wasser auf dem Grundstück und die Klärung erfolgt wartungsfrei und ohne Stromkosten – wenigstens ein Vorteil der Hanglage…

Hier ein Video zur gegenwärtigen Situation:

1. und 2.6.2017 – Einmessen und Mutterboden abziehen

Der nächste Schreck: Die Baustelle hat über ein Meter Gefälle. Mehr, als erwartet. Das heißt VIEL Erdbewegung, VIEL Füllmaterial ranfahren lassen. Viel Geld in die Hand nehmen.
Wenn ich mir überlege, dass ich mitten auf dem platten Land lebe – warum muss ich dann am einzigen Steilhang bauen? Hätte ich doch lieber eine Sommerskianlage errichten sollen?

Wieder beruhigen mich die Bauleute. „Das wird schon.“, sagen sie und ich glaube ihnen.

Wegen des Baggerfahrers machte ich mir trotzdem Sorgen, bis ich sah, dass er tatsächlich kam und baggerte. Dann wusste ich, dass ER der beste Baggerfahrer des Trebeltals ist. ;-).

An einem Nachmittag war die Baustelle beräumt und die Muttererde sorgfältig zur Seite gelegt.

31.5.2017 – Der Baggerfahrer kneift

LeudeLeude, kaum ist man mal 2 Minuten von der Baustelle, kommen sich Vorarbeiter und Baggerfahrer in die Haare. Mir war völlig neu, dass Baggerfahrer so sensibel sind. Jedenfalls ließ mich nach nicht mal einem halben Tag der beste Baggerfahrer des Trebeltals im Stich.

Zum Lachen war mir erst wieder, als ich Detlev am Telefon hatte. Er sagte mir, er könne auch baggern und ich müsse mir keine Sorgen machen.

31.5.2017 – Spatenstich

Heute geht es an das Fundament – ich errichte es zusammen mit 3 ortsansässigen Handwerkern und deren Helfern. Alles vorwiegend nach Feierabend.

Den Bagger leiht mir mein Nachbar Christian. Er ist hier DER Landwirt und er ist immer zur Hilfe. „Nebenbei“ betreibt er auch eine beachtliche Rinderzucht auf den Salzwiesen der Stadt Bad Sülze.

Die angeschriebenen „echten“ Baufirmen hatten Preisvorstellungen zu denen mir nur das Wort „unverschämt“ einfällt. Sie nutzen die Situation am Baumarkt dreist aus.

Übrigens musste für den Bau nur ein Obstbaum weichen- er wird aber ersetzt durch eine 60 Meter lange und 6 Meter breite Hecke mit vielen Großbäumen und noch mehr Strauchwerk. Im Anschluss wird auf dem Gelände noch eine kleine Agro-Forst-Wirtschaft in Form eine Waldgartens entstehen. Gibt es etwas sinnvolleres als eine Obst-Hühner-Mischkultur? 😉 Dazu bei Gelegenheit mehr.

Doch hier erstmal ein kleines Video mit Baggerfahrer Peter: