Franzosenkraut

Botanischer Name:

Galinsoga parviflora (kleinblütiges Franzosenkraut) oder Galinsoga ciliata (behaartes Franzosenkraut)

Familie:

Asteraceae, Korbblütengewächse

In anderen Sprachen

gallant soldier (engl.), galinsoga a petites fleurs(franz.), galinsoga comune (ital.), Guascas (span.)

Synonyme:

Knopfkraut

Herkunft:

neue Welt; weltweit eingebürgert; auf gut versorgtem Grabeland

Pflanze:

eine einjährige Pflanze, die extrem frostempfindlich ist und folglich erst ab Mai auftaucht. Dann möglicherweise in Massen. Und wer nicht sofort bekämpft (Jäten, Abflammen, Ernten), wird dieses kleine Kraut nie wieder los. Ich persönlich fände das nicht so tragisch. Denn wir haben eine Delikatesse vor uns.

Dieses Kraut wird geerntet wie Basilikum: Von der ganzen Pflanze werden die vier obersten Blätter bzw. 2 obersten Blattpaare mit dem Daumennagel abgekniffen. Und zwar gleich so, dass das unterste Paar sofort von den Stielen getrennt wird. So erhält man 2 größere Einzelblätter und ein kleines zusammenhängendes Blattpaar. Diese Methode hat den Vorteil, dass die Pflanze aus den Blattachseln immer neue Triebe schiebt und die Blütenentwicklung unterdrückt wird. Denn die Blüten selbst werden schnell zäh und damit ungenießbar.

Falls Sie die Wahl haben, sollten Sie das nackte Franzosenkraut bevorzugen. Es ist etwas angenehmer auf der Zunge. Die Blätter schmecken sehr angenehm und recht komplex.

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Franzosenkraut

Es gilt also: Höchste Vorsicht mit diesem Kraut im Garten. Aber höchste Achtung vor diesem Kraut in der Küche!

Die Heimat des Franzosenkrauts ist übrigens Südamerika. In Columbien gibt es ein Nationalgericht, in dem es eine so wichtige Rolle spielt, dass es sogar getrocknet im Supermarkt erhältlich ist. Dieses Nationalgericht heißt „Ajiaco“ und es handelt sich um eine Hühnersuppe mit Kartoffeln, Mais und anderem Gemüse. Sie werden im Internet Rezepte zuhauf finden. Meist fehlt mir persönlich  bei diesen Rezepten eine Empfehlung, die mir in Bezug auf das Franzosenkraut aber als wesentlich erscheint: Das Franzosenkraut ist geschmacklich sehr subtil. Es sollte in großen Mengen eingesetzt werden. Und vor allem: reichen Sie es als Teil einer Würzsauce! Nur so bekommen Sie das typische Aroma in die Suppe.

Die Würzsauce geht ungefähr so: In einer Schüssel einen EL Essig mit einem halben TL Salz verrühren, 3 EL gutes Pflanzenöl dazu. Eine kleine Chili (oder weniger, falls zu scharf) fein hacken und in die Schüssel geben. 1 TL Honig oder Agavensirup dazu. Umrühren. Nun ein kleines Bund Blattkoriander und zwei große Bund Franzosenkraut nicht zu fein hacken und in die Schüssel geben. Mit etwas Wasser auffüllen, dass eine eine flüssigere Würzsauce entsteht und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Diese Sauce esslöffelweise in die Suppe geben.